Outlanders 9 – Verräter und Rebellen (unlektorierter Textauszug)

Viel Behördenkram zu erledigen. Kaum Zeit zum Schreiben. Dennoch habe ich eine Passage zuende gebracht.

Der Akkato war nicht alleine. Zusammen mit drei anderen Artgenossen stand er im Schein einiger Schwebelichter zwischen einem Stapel Kisten und wartete darauf, seine Lieferung an den Empfänger zu übergeben. Er zeigte keinen Ärger, obwohl die letzten Verhandlungen, die dieses Geschäft betrafen, hitzig verlaufen waren und mit einem Kompromiss endeten, den er nur widerwillig akzeptiert hatte. Auch die dunkle Umgebung, in einem der verlassenen Teile der Durana, schien ihm nicht aufs Gemüt zu schlagen. Dawid Andracek hingegen fühlte sich unwohl. Er hasste das Schiff, auf dem er nun seit fast zehn Jahren gefangen war. Er hasste den Modergeruch, der von Tag zu Tag unerträglicher wurde. Er hasste die fließenden Formen der Konstruktion, die ihn an das Innere eines verrottenden Baumes erinnerte. Manchmal fragte er sich, ob er der Einzige war, der diese Veränderung bemerkte. Oder war das seiner guten Nase zu verdanken, die ihm auf der Erde den Ruf eines exzellenten Weinkenners eingebracht hatte und ihn jetzt wissen ließ, dass er in einem fauligen Fass durchs Weltall trieb. Das Pantaholz schützte zwar vor der kohärenten Weltraumstrahlung und nahm dabei sogar an Widerstandkraft zu. Doch die Feuchtigkeit aus der Atemluft von abermillionen Besatzungsmitgliedern, begann ihm zuzusetzen. Und in diesem Teil der Durana war das deutlicher zu spüren als in anderen Sektoren des Schiffes. Er hasste es, wenn das Kondenswasser von der Decke tropfe, und ihm, wie jetzt gerade in den Kargen fiel. Und obwohl er all das verabscheute, war dies mehr und mehr zu seiner gewohnten Umgebung geworden.
Er war gerade vierzig geworden, als er sich dem Aufruf folgte, sich den Akkato im Kampf gegen die Keymon anzuschließen. Damals fiel es ihm noch leicht, mit den Umständen fertig zu werden. Wenn er jetzt in den Spiegel sah, fiel sein Blick auf die zahlreichen Sorgenfalten, die sich in sein schmales Gesicht gegraben hatten. Die tiefliegenden, blauen Augen hatten nach zehn Jahren der Entbehrungen an Strahlkraft eingebüßt.
Mit den Freunden, die in den Kämpfen fielen, gingen auch die Illusionen verloren, die ihn über die Jahre mit Hoffnung erfüllten. Die Hoffnung auf eine Zukunft zwischen den Welten Asgaroons. Ein Traum, der mehr und mehr verblasste. Nur das Monster, dass ihn in die Schlacht begleitete war ihm geblieben. Wenn Andracek ihn nicht gerade in die Schlacht rief, hielt sich Yiran, sein Splinter, für gewöhnlich hier auf. Das passende Habitat für ein Ungeheuer, überlegte er. Eine feuchte, finstere Drachenhöhle. Auch wenn diese Kreatur ein Teil von ihm war, fiel es ihm schwerer als den meisten Menschen, eine Beziehung zu diesem Wesen aufzubauen. Dennoch. Im Augenblick schätzte er die Gewissheit, dass sein monströser Beschützer ganz in der Nähe war, um einzugreifen, sollte es gefährlich werden. Mehr als seinen Begleitern, die zu den fähigsten Kriegern seiner Einheit gehörten, vertraute er auf die Krallen und Zähne von Yiran, die ihm mehr als einmal das Leben gerettet hatten.
„Andrasch!“, knurrte der Akkato, als der Mensch und dessen Kameraden in den Schein der Schwebeleuchter traten. „Wir haben mitgebracht, was du wolltest.“ Er öffnete eine der Kisten, in der sich Gewehre und Pistolen befanden. „Die Munition ist natürlich auch dabei. Und das Risiko, dass ich bei der ganzen Sache eingehe, schwebt über unseren Köpfen.“
Das Joru Kabara das Offensichtliche so betonte, verärgerte Andracek. Genauer gesagt rief es Besorgnis in ihm hervor. „Haben wir darüber nicht eingehend verhandelt?“
Der Akkato warf einen geflissentlichen Blick auf den Inhalt der Behälter, die die Menschen vor seine Füsse gestellt und geöffnet hatten. Im Licht der Lampen glänzten die pechschwarze Gothrekschuppen, mit denen sie gefüllt waren. „Ich möchte nachverhandeln.“
Genau das hatte Andracek befürchtet. „Wir hatten uns geeinigt.“
Der Pferdekopf schnaubte verächtlich. „Ich frage mich, was dir deine Ideale wert sind.“
„Das kannst du getrost meine Sorge sein lassen.“
„Womöglich gibt es andere, die ihren Zielen weit größeren Wert beimessen.“
Einer von Andraceks Begleitern drängte sich an ihm vorbei. „Du verrätst deine eigenen Leute und wagst es uns zu belehren?“
Andracek hob beschwichtigend die Hand. „Wir wollen nicht ermitteln, wer von uns die besseren Ideale hat. Hier geht es nur ums Geschäft.“
„Das ist die Sprache, die jeder in der Galaxis versteht“, sagte Joru Kabara. „Sollte Euch eure Flucht von der Durana gelingen, müsst ihr lernen sie zu sprechen. Gewöhnt euch schon mal dran.“
„Das wird uns leichter fallen als Sie vielleicht denken.“ Dawid Andracek verschränkte die Arme vor der Brust. „Wir haben natürlich einen großen Vorrat an Gothrekschuppen, wenn es das ist, was du möchtest. Du willst also mehr als ausgemacht? Kein Problem. Ich werde mich darum kümmern.“
Der Akkato zeigte sich unbeeindruckt.
„Auch Fangzähne haben wir, die seltener sind“, bot Andracek an. „Hier und da auch etwas Edelmetall, dass die Kameraden aufgesammelt haben und an Bord schmuggeln konnten.“
„Diamanten“, unterbrach der Waffenschieber. „Kachu. Oponi-Diamanten.“
„Wir haben so etwas nicht.“
Kabara trat so nahe an den Menschen heran, dass dieser zu ihm aufsehen musste. „Ich weiss, dass ihr sie habt.“
Andracek besaß keinen einzigen Edelstein. Geschweige denn, einen Diamanten aus Oponiproduktion. Er wusste auch nicht, wer solche Steine besitzen konnte. Von den Oponi hörte man ab und zu, aber man begegnete ihnen nie. „Du verlangst einen Preis, den wir nicht zahlen können.“
„Du musst nur ein wenig mehr Einsatz zeigen. Schließlich tue ich das ja auch. Und ich brauche etwas, das mein Gewissen beruhigt.“
„Was soll das heißen?“
„Die Loyalität zu meinen Vorgesetzten ist nicht so leicht auszulöschen. Ich fühle mich noch immer verpflichtet. Aber ich bin auch gläubig. Ich sehe Euer Auftauchen, als den Fingerzeig Otayns. Und den Neuen Zweig als einen richtigen Weg. Als einen Pfad, von Otayn für eure und unsere Rasse verfügt. Du siehst also, in was für einem Zwiespalt ich mich befinde.“
„Und dieser Zwiespalt muss mit gepresstem Kohlenstoff gefüllt werden.“
Der Akkato grinste breit.
Andracek grinste zurück. „Unsere Spezies sind gar nicht so verschieden. Wir werden die “Sprache“, von der Sie geredet haben gut zu sprechen wissen.“
„Wir nehmen die Waffen wieder mit.“ Kabara schloss die Kiste. „Wenn ihr die Diamanten habt, kommen wir bestimmt ins Geschäft.“
Andracek zog eine kleine Pistole aus der Innentasche seiner Jacke. „Ich kann nicht zulassen, dass du mit unseren Waffen verschwindest.“
„Euren Waffen?“
„Du hast die Ware gebracht. Die Bezahlung ist hier. Der Deal ist damit erledigt, oder willst du einen Beleg?“ Andracek hoffte insgeheim, dass Yiran aus einer dunklen Ecke hervorspringen und dem Akkato an die Gurgel gehen würde. Aber der Gothrek rührte sich nicht. Auch die Emotionen des Splinters vermochte er nicht wahrzunehmen.
Kabara gab sich gleichgültig. „Was soll das werden? Möchtest du Probleme mit den Greifern bekommen?“
Bei den Greifern handelte es sich um Kommissare. Menschen und Akkato gehörten dieser Einheit an. Ausgerüstet mit weitreichenden Befugnissen und ohne Skrupel, ermittelten sie bei Kapitalverbrechen.
„Die Probleme unter der Besatzung haben zugenommen“, bemerkte Andracek. „Die Ermittler kommen kaum noch mit der Arbeit nach. Du wärst nur ein Fall von Vielen.“
Kabara ging mit geballten Fäusten auf Andracek zu, als der Schuss fiel. Der Akkato sank mit ausdruckslosem Gesicht zu Boden und noch ehe seine Begleiter reagieren konnten fiel eine Horde Gothreks über sie her. Das Gemetzel dauerte nur ein paar Sekunden, dann lagen vier weitere tote Akkato vor Andraceks Füssen.
Eine Frau in Andraceks Alter, mit kurzen grauen Haaren, stellte sich an seine Seite. Angela Brady. Sie betrachtete die Szene eine Weile und scheuchte ihren Splinter zurück ins Dunkel. „Das geht vielleicht als Notwehr durch“, meinte sie mit gelassenem Tonfall. „Aber für dich sieht es nicht gut aus.“
Andracek konnte nicht widersprechen. „Ihr hängt da alle mit drin“, konterte er. „Sammelt die Knarren ein und bringt sie ins Versteck.“
„Was machen wir mit den Leichen?“
„Vorschläge?“
„Ich kenne da einen Bereich. Wabenkammer nenne ich ihn. Da ist es kalt und es sieht nicht so aus, als würde da in den nächsten Jahren mal was eingebaut werden.“
Dawid Andracek bedauerte den Vorfall. Warum der Akkato plötzlich mit unerfüllbaren Forderungen aufwartete, erschien ihm rätselhaft, widersprüchlich. Durch Kabaras Hilfe strotzte das Waffenarsenal der Truppe, die Andracek befehligte, vor Waffen und Munition. Die vielen Transaktionen liefen reibungslos und es hätte noch eine ganze Zeit so weitergehen können. Es grenzte an ein Wunder, dass ihnen noch niemand auf die Schliche gekommen war. Mehr als einmal beschlich Andracek der Verdacht, dass jemand seine schützende Hand über die Vorgänge hielt. Konnte es sein, dass Kabara plötzlich kalte Füße bekommen hatte, sich noch einen fetten Fisch an Land ziehen und aus dem Staub machen wollte, ehe die Angelegenheit aufflog? Mit einem Mal fühlte sich Andracek beobachtet. Ein Gefühl der Unsicherheit überkam ihn.
„Wir werden bald handeln müssen“, kam es unvermittelt über seine Lippen. „Vielleicht schneller als uns lieb sein kann.“
Angela seufzte. „Wir sind noch nicht so weit“, warf sie ein. „Die anderen Parteien machen mir Sorgen. Die Verhandlungen. Die sind ein Witz. Und alleine losschlagen? Das wäre doch Wahnsinn.“
„Dann müssen wir die Verhandlungen eben intensivieren.“ Andracek schwindelte es angesichts der Aufgabe, Horden von Meuterern zu einer Zusammenarbeit zu bewegen. Aber es gab keinen anderen Weg. Alle Gruppen, die sich gegen die Akkato Wenden und die Durana unter Kontrolle bringen wollten, mussten sich unter einem Banner vereinen.
„Soll ich Unterhändler schicken?“
„Ja. Je schneller desto besser.“

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Geheimprojekt (Arbeitstitel: HYPER ORBIS – Der Held)

Hier ein unektorierter Auszug aus einem Geheimprojekt.
 
Der Held
 
Thomas Weadon war das perfekte Abbild eines idealistischen Revolutionärs. Stünde ein Autor vor der Herausforderung einen Helden ohne Fehl und Tadel zu erschaffen, Thomas Weadon wäre die Referenzmarke, für eine solche Schöpfung. Hochgewachsen, mit der muskulösen Statur eines Kriegers. Die kantigen Gesichtszüge unterstrichen einen zielstrebigen, eisernen Willen, wobei ein kaum wahrnehmbares Lächeln seine Mundwinkel umspielte. Eine Andeutung, dass er weder Tod noch Teufel fürchtete. Dem Blick seiner blauen Augen hielt kaum jemand lange stand. Er erinnerte an den eines jagenden Tigers und ließ jeden erschauern, den er ins Visier genommen hatte.
Als Kopf der Ganimed Einheit, die zu den gefürchtetsten und effektivsten revolutionären Gruppen zählte, leitete er Operationen gegen alle, die nach seiner Weltsicht nichts weiter als Ausbeuter und Parasiten waren. Unter den Militärexperten, die die meisten Firmen und Unternehmen berieten, galt Weadons kleine Armee als die gefährlichste Terrorgruppe. Thomas Weadon wusste das und genoss den Ruf, den er hatte. Gewissensbisse kannte er bislang nicht, denn seine Unternehmungen zeugten von perfekter Planung, sodass niemand zu Schaden kam, der das nicht auch verdiente.
Gerade las er die Schlagzeile der News Plattform Interplan – Networks, die seine letzte Operation als das geniale Glanzstück eines kriminellen Geistes bezeichnete.
„Was hältst du davon?“, fragte er Janina, die gerade sein Quartier betrat.
Janina gehörte zu den Kampfgefährten, die am längsten bei ihm waren. Die blonde Frau mit den großen grünen Augen trug die goldenen Insignien einer Brigadeleiterin auf den Schulterklappen. Drei Sterne, mit roten Edelsteinen im Zentrum. Der olivgrüne Kampfanzug stand ihr hervorragend und schmeichelte ihrer Figur. Auch sie entsprach der Idealvorstellung einer Kämpferin und stand ihrem Anführer auch in seiner Weltanschauung in nichts nach. Die Martian – Vogue hatte Weadon und Janina Baker als das Traumpaar des Terrors bezeichnet. Und eine Kolumnistin, desselben Blattes verstieg sich sogar zu der Aussage, dass der Terror durch dieses Paar ein erotisches Lächeln zeigte.
„Eine Glanzleistung“, lobte Janina. „Was nicht anders zu erwarten war. Wir steigern uns mit jeder Mission.“
Ihre Stimme besaß etwas Raues. Ein Timbre, das Thomas Weadon die Nackenhaare aufstellte. Das Einzige auf der Welt, was bei ihm eine Gänsehaut verursachte.
„Der Artikel erwähnt nicht, wie hart wir das Konsortium getroffen haben.“
„Jeder der genügend Verstand hat, wird zwischen den Zeilen die Wahrheit finden.“
„Genügend Verstand ist nicht jedermanns Sache.“
„Um das wettzumachen, gibt es eben die großen Buchstaben. Die stanzen jedem Idioten die Bedeutung der Sache ins Hirn, ohne dass er sich zu sehr damit befassen muss.“
„Ich bin gepannt, wie viele sich uns nach dieser Sache bei uns melden werden.“
Rosalie Bancroft schien das Eigenlob der Beiden nicht länger ertragen zu können. Sie wirbelte in ihrem Drehstuhl-Ei herum, das sie bislang den Blicken Janinas verborgen hatte.
„Wenn ich nicht an die Daten gekommen wäre“, meinte sie ärgerlich, „hätten wir keine so große Schlagzeile bekommen. Ohne meine Arbeit wäre das Ganze nur ein kleiner Raubzug gewesen. Eine Randnotiz, nichts weiter.“
Rosalie Bancroft war körperlich das genaue Gegenteil von Janina Baker. Klein, untersetzt, mit viel zu großen, hängenden Brüsten, die ihre Uniform unvorteilhaft ausbeulten. Das dünne, rote Haar hing in Strähnen um das rundliche Gesicht herab und sah immer irgendwie feucht und fettig aus. Blasse Haut mit Sommersprossen, dünne Lippen. Lediglich die strahlend blauen Augen, eingerahmt von langen, dunklen Wimpern, stachen angenehm hervor. Die Augen waren so außergewöhnlich schön, dass irgendwer in der Truppe scherzhaft behauptete, die “Hexe“ hätte eine Fee ermordet und ihr die Augen gestohlen. Rosalie “The Witch“ nannte man sie seither. Sie hatte nichts dagegen und sah diesen Namen als Respektbezeugung an, wie sie Thomas einmal anvertraut hatte. Er klang wie gemacht für jemanden, mit dem man sich besser nicht anlegte. Mit ihrem wachen, scharfen Verstand, war “The Witch“ ein unentbehrlicher Teil des Kommandostabes der Ganimed Brigade. Ein besser informierter Journalist hätte daher nicht nur Wheedons und Bakers Rolle in der Führungsriege gesehen, sondern auch Rosalie Bancroft berücksichtigt. Es war falsch vom Führungsstab der Ganimed Brigade von einem Traumpaar des Terrors zu sprechen, den es handelte sich genau genommen um eine Menage-a-Trois des Grauens.
 
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Leseprobe: Outlanders 9 – Verräter und Rebellen

Der Text is noch unlektoriert und unkorrigiert. Schnell runtergeschrieben, um die Ideen festzuhalten, bevor sie geschliffen werden.

 

Kapitel 2

Dominic fühlte sich unwohl. Es war drei Uhr morgens und er wälzte sich in seinem Bett von einer Seite auf die Andere. Er beschloss, ein wenig auf Wanderschaft zu gehen und sich in den Korridoren der Durana die Zeit zu vertreiben. Sein erster Weg führte ihn in Richtung des Hauptkorridores, der das Schiff wie eine Hauptschlagader durchzog. Und wie bei einem lebenden Körper pulste auch hier zu jeder Sekunde das Leben. Akkato und Menschen drängten sich durch den höhlenartigen Gang. Manche eilten zu ihren Stationen, andere trieben sich lediglich herum, wie Dominic. Die vielen Bars und Etablissements, boten reichlich Gelegenheit, sich die Zeit angenehm zu machen. Was immer man auch darunter verstand. Der Hauptkorridor wurde die “Die Meile“, genauer gesagt, “Die Meile der Ausschweifung“ genannt und bot ein Gegengewicht zum Basar, wo sich exzentrischere Charaktere nicht angemessen bedient fühlten. Von der Meile zweigten etliche weitere Tunnel ab, die zu einem Dutzend Korridoren führten, welche parallel zur Meile verliefen. Von dort aus verästelten sich die Gänge zu einem unübersichtlichen Labyrinth, dessen Struktur auch den Akkato größtenteils unbekannt war.
Die Luft auf der Meile war feucht und Nebelschwaden aus der Atemluft abertausender Kreaturen, waberte über deren Köpfen. Manchmal fiel ein Nieselregen aus Kondenswasser herab, der den Boden glitschig machte. Die Durana war zwar ein gewaltiges Schiff und dazu ausgelegt, eine riesige Mannschaft zu beherbergen, aber sie schien allmählich an ihre Grenzen zu gelangen.
Dominic sah auf die unzähligen Leuchtreklamen, die ein buntes Gewitter in den Nebel stanzten. Es war nicht das erste mal, dass er in das Treiben und das Gedränge dieser anzüglichen Meile eintauchte. Er kannte sogar einige der Bars und Küchen in denen man sehr gute Drinks und spannende kulinarische Experimente ausprobieren konnte. Aber das war auch schon alles. Für alle anderen Vergnügungen, die in diesem Teil der Durana zu haben waren, zeigte sich Dominic wenig empfänglich. Es gab viel Kriminalität hier. Anders als auf dem Basar, der eine eher beschauliche Kulisse bot, bestanden die Polizeipatrouillen auf der “Meile“ üblicherweise aus einem Trupp von drei Akkatos und drei Menschen.
Es verging eine gute Stunde, bis Dominic müde genug war, um seine nächtliche Exkursion zu beenden. Er wollte sich gerade auf den Rückweg machen, als er als er einer Gruppe von etwa zwanzig Männern und Frauen begegnete. Lachend und gut gelaunt kamen sie ihm entgegen. Keine Kameraden aus seiner Einheit aber Soldaten, mit denen er ab und zu zusammenarbeitete. Eine Handvoll von ihnen fiel immer wieder durch impulsives Verhalten auf. Mit einem von ihnen, einem gewissen Markus Renzler, hatte Dominic mehr als einmal handfeste Auseinandersetzungen gehabt. Seit der letzten heftigen Begegnung verzeichnete Renzlers Nase eine deutliche Schieflage in Richtung rechter Wange. Die Soldaten verstummten, nachdem sie Dominic bemerkten und wichen seinem Blick aus, als fühlten sie sich bei einer Missetat ertappt. Eine Reaktion, die aus dem Respekt erwuchs, dem man Dominic entgegengebrachte, wie Aaron Kruger behauptete. Bisher hatte Dominic nicht viel davon mitbekommen oder einfach zuwenig darauf geachtet. Sein Rang als Hauptmann sollte ihm ohnehin einen gewissen Respekt einbringen. Alles was darüber hinausreicht, war seiner Aufmerksamkeit schlichtweg entgangen. Aber wenn die Kameraden auf sein Urteil tatsächlich Wert legten und glaubten, er würde ihnen den Ausflug auf dieses Deck übel nehmen, so irrten sie sich. So gut sollten sie ihn eigentlich kennen. Vielleicht wunderten sie sich auch darüber, dass ausgerechnet er den Weg hierher gefunden hatte. Renzler hob beiläufig die Finger an die Schläfe, als er an Dominic vorüberging. Auch die anderen grüßten ihn auf ähnliche Weise, bevor sie sich davonmachten. Dominic bemerkte, dass sie sich noch einige Male zu ihm umdrehten und anschließend die Köpfe zusammensteckten und sich Bemerkungen zuflüsterten.
Eingehüllt in seine Grübeleien, ging Dominic noch einige Schritte weiter, bis er Davis und Skorsky begegnete. Davis und Skorsky saßen an einem Tisch außerhalb eines Lokals und schienen ihn schon eine Weile beobachtet zu haben, wie er nachdenklich durch die Menge spazierte. Er war sich nicht ganz im Klaren darüber, ob er unterbewusst nicht nach den Beiden gesucht hatte. In der ganzen Angelegenheit, die zur Entstehung des Neuen Zweiges führte, spielten sie eine gewichtige Rolle. Dominic und die zwei Männer verband dadurch eine schicksalhafte Komplizenschaft, deren Bedeutung er noch nicht vollständig abzusehen vermochte. Er fühlte sich nicht wohl in dieser Verbindung. Mehr noch. Er glaubte, sich seither in einem Sog zu befinden, der ihn irgendeinem Unglück entgegentrug, dass in einer dunklen Zukunft lag. Sein Vater würde sagen, dass böse Dinge nur Schlechtes zeugten und er nicht glauben sollte, dadurch irgendetwas Gutes zu bezwecken, auf das er Stolz sein könnte. Dominic hoffte dennoch, dass genügend Gutes an ihrer Unternehmung haftete, um ihnen ein gnädiges Urteil zu verschaffen. Vor wem auch immer. Vor einem allmächtigen Gott, wenn man denn an ihn glaubte, oder vor der Geschichte. Bis dahin musste er alles daransetzen, die Sache zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Davis und Skorsky hatten sich dabei immer als sehr nützlich erwiesen. Als Meister der Überlebenskunst waren sie eine unerschöpfliche Inspirationsquelle.

 

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Textprobe aus Outlanders 8 – Die inneren Welten (in Arbeit)

Wie Dominic gehörte Ellena zu den “Wide Rangers“. So nannte man Menschen, die im Aufspüren der Keymon besondere Fähigkeiten besaßen und deshalb von den Priestern des Neuen Zweiges unentwegt missioniert wurden. Menschen wie Ellena wurde von den Geistlichen nahegelegt, ihre Bestimmung in den Tanks zu finden, und eine Reinkarnation als Gothrek anzustreben. Die genetisch manipulierten Kreaturen wurden inzwischen als überirdische Wesen angesehen, die zu Fleisch geworden waren. Und tatsächlich bot die Akkato Religion eine Nische, die von den Gothreks gefüllt werden konnte. Nach der Mythologie gab es Geschöpfe, die in den Wurzeln und Blättern der heiligen Bäumen wohnten. Beschützer, die immer dann zum Leben erwachten, wenn die Not der Akkato am größten war, die unter dem Laubdach dieser Bäume lebten. Natürlich wusste Dominic, dass die Gothreks aus den Tanks der Reskor Forschungsstation nicht das Geringste mit dem Glauben der Pferdeköpfe zu tun hatten. Aber es gab genügend Akkatopriester, die bereit waren diese Fakten in den Hintergrund zu drängen und sich selbst zu belügen. Unter den Priestern, die von Anfang an dabei gewesen waren und diese künstliche Religion mitaufgebaut hatten, wusste man um die Realitäten. Nur ab und an gestattete man es sich, ironische Bemerkungen zu machen, bevor man wieder in den bequemen Selbstbetrug verfiel. Einige Geistliche glaubten inzwischen ihre eigenen Lügen, die sie wie göttliche Wahrheiten verbreiteten. Lediglich den neuen Predigern und Priestern gestand Dominic ein Maß an Naivität zu, dass sie zu Gläubigen machte, auch wenn sie über die vielen Gerüchte bescheid wussten und ebenfalls Zweifel haben mussten. Allerdings gestand sich Dominic ein, dass ihm der Ruf schmeichelte, der ihm, seinen Kameraden und den Gothreks anhaftete. Die Menschen und ihre monströsen Begleiter galten längst nicht mehr als simple Spürhunde, wie das für die Akkato auf Dostra der Fall gewesen war. Inzwischen begegnete man ihnen auch mit Respekt und Ehrfurcht. Dominic erinnerte sich an eine Begegnung mit den Akkato die eine Agrarwelt bewohnten, von der sie die Keymon vertreiben konnten. Die Bauern warfen sich vor den Menschen nieder und berührten sie hier und da mit ihren Fingerspitzen, wenn sie vorübergingen.
„Ich werde trotzdem kein Auge zumachen“, meinte Ellena. „Irgendwie traue ich dem Frieden nicht.“
Dominic hörte nur mit halbem Ohr zu. Mendez war im Anmarsch. Mit dem gewohnt unergründlichen Gesichtsausdruck, der feierlichen Ernst ausstrahlte, stapfte er die Düne herauf. Dominic schätzte den Mann, wegen seiner Umsicht und Zuverlässigkeit. Er war unentbehrlich und genoss großen Respekt. Der unumstößliche Glaube jedoch, durch den sich Mendez ebenfalls auszeichnete, bereitete Dominic Bauchschmerzen. Für ihn war der Mann der Inbegriff eines Fanatikers. Er zeigte sich nachsichtig mit allen, die seine Ansichten teilten und war hart gegen jene, die damit nicht so ganz übereinstimmten. Es war ratsam, sich ironische Kommentare über die Religion des Neuen Zweiges zu verkneifen, wenn er in der Nähe war. Dominic schauderte es vor dem Tag, an dem er es sich mit Mendez verscherzte. Dieser Moment würde kommen, das war so sicher, wie der Donner, der auf den Blitz folgte. Seltsamerweise fühlte Dominic den unwiderstehlichen Drang, das Kommen dieses Augenblickes zu beschleunigen.
„Was haben Sie auf dem Herzen?“, wollte Dominic wissen.
Mendez schien darauf zu warten, dass sich Ellena entfernte. Sie gehörte zu jenen Personen, denen er mit Argwohn begegnete, weil sie mit ihren Ansichten nicht hinter dem Berg hielten und Glaubensdingen skeptisch gegenüberstanden.
„Ich bin schon weg“, meinte sie und ging zurück zu den Anderen, um beim Aufbau eines Lagers zu helfen.
Mendez wartete eine Weile, bis sie außer Hörweite war. „Ich würde gerne eine Patrouille durchführen.“
Dominic ermüdete der Eifer seines Kameraden. „Entspannen Sie sich Mendez“, beschwichtigte er. „Wir haben gerade einen Kampf hinter uns gebracht. Geben Sie den Leuten etwas Zeit, sich zu erholen.“
„Solange es Feinde gibt, dürfen wir uns nicht ausruhen.“
„Green meint, es wäre sicher hier.“
„Ich überzeuge mich gerne selber davon.“
„Kommen Sie. Wie sollten es die Skelcs schaffen, sich in dieser Umgebung an uns heranzuschleichen.“
„Ich erinnere Sie nur ungern an die Tunnel auf Skota.“
Dominic gab auf. „Was werden Sie machen, wenn wir die Keymon endgültig besiegt haben?“
„Es wird immer Gegner geben, die man bekämpfen muss.“
Die Keymon waren bisher die einzigen Feinde, gegen die die Akkato mit großen Streitkräften vorgingen. Einsätze gegen Schmuggler und Piraten gab es zwar auch, aber das machten die Pferdeköpfe in aller Regel alleine und mit Einheiten, die nicht der Armee angehörten. Die Menschen fanden nur Verwendung bei der Bekämpfung von Keymon und die waren so gut wie am Ende. Die letzten Einheiten der Käfer setzten sich von ihren verbliebenen Kolonien ab und zogen sich auf die Hauptwelt Keemona zurück.
„Ich sehe unserer Zukunft mit Sorge entgegen“, meinte Dominic und studierte jede Regung auf Mendez Gesicht, so gut das bei dem Mann überhaupt möglich war. Bis auf die wenigen religiösen Momente, in denen er ein Gebet oder einen Psalm murmelte, blieben seine Emotionen hinter einer stoischen Maske verborgen, scheinbar nie verrutschte. „Verstehen Sie was ich meine?“ Dominic versuchte mit dieser Frage, die Gedanken des Soldaten zu erfahren.
Mendez wendete seinen Blick zum Horizont. „Ich mache mir nie Sorgen über das, was kommt. Ich lebe im Augenblick und tue was der Moment erfordert.“
„Sie denken nie über die Zukunft nach?“
„Gott lenkt unsere Zukunft. Was geschehen wird, ist längst beschlossen. Warum sich also über Vergangenes Gedanken machen? Es ist Gottes Wille, an dessen Unfehlbarkeit ich nicht zweifle. Ich bedauere Menschen, die über verpasste Gelegenheiten jammern oder in der Vergangenheit leben, als könnten sie dadurch etwas ändern, das ihrer Meinung nach falsch gelaufen war.“
Dominic versuchte diese philosophische Folgerung zu analysieren. Zukunft ist Vergangenheit. Seiten, im Tagebuch eines unergründlichen Wesens, die bereits geschrieben sind. Ein Gedanke der Dominic zutiefst missfiel und ihm regelrecht Platzangst verursachte. Denkende Wesen, eingeklemmt in einem imaginären Spalt zwischen Vergangenheit und Zukunft. Eingeschlossen. Starr. Ohne die Möglichkeit zu eigenständiger Bewegung. Dass es Religionen gab, die diesen Schicksalsglauben lehrten, war Dominic bewusst. Aber alles was er über den christlichen Glauben wusste, zu dem sich Mendez augenscheinlich bekannte, schien diesen Gedanken nicht zu bedienen. Es würde ihn interessieren, wie eine Diskussion über dieses Thema zwischen Mendez und Dallas Jablonski ausgehen mochte. Er schmunzelte, bei dem Gedanken. Eine derartige Debatte, ausgetragen von diesen ungleichen Charakteren, würde ein ziemlich unchristliches aber gewiss amüsantes Ende finden.
„Ob man etwas ändern kann oder nicht“, fuhr Dominic fort. „Sie werden ihren Part in Gottes Plan spielen. Mich beschäftigt nur die Frage, ob Gott Sie als ein rechtschaffenes Wesen entworfen hat, Antonio.“
Für einen Augenblick schien Mendez tatsächlich irritiert zu sein, bevor er eine Antwort formulierte. „Das hoffe ich doch“, sagte er mit fester, aber demütiger Stimme. „Ich bete darum.“
Dominic beschloss, es dabei bewenden zu lassen. „Stellen Sie ihren Trupp zusammen, aber entfernen Sie sich nicht zu weit. Wir wissen nicht, wann die Akkato uns wieder abholen und ich will Sie nicht suchen müssen.“

Outlanders 1: Die Invasoren

Etwas Action gefällig?

Hier eine neue unlektorierte Passage aus dem nächsten Roman.
Viel Spass!

Blake konnte nicht fassen, mit welch großem Aufgebot die Gangsterbande seiner Flotte entgegentrat. Vier Zerstörer, die ein Schlachtschiff schützten, dazu ein ansehnliches Kontingent an Jägern und einigen Frachtern, die zu Angriffsbooten umgebaut waren. Die Abfänger der Athena taten alles, um den Attacken entgegenzuwirken, aber einige Torpedos kamen durch und trafen das Flaggschiff. Schadensmeldungen trafen ein und erschienen auf dem taktischen Holo auf dem Kommandostand. Die Achilles, die an der Spitze des Flottenverbandes positioniert war, musste schwer einstecken. Sie brachte es nur schwer fertig, die kleinen Jagdmaschinen abzuwehren, die unentwegt Raketen und Torpedos in ihren Rumpf feuerten.
Blake stand am Fenster und betrachtete das Geschehen mit ungläubiger Mine. Nach seinen Informationen sollte Possa, ein Asteroid, der sich zwischen Uranus und Neptunbahn bewegte, nur mäßig bewacht sein. Entweder waren die Informationen das Resultat schlechter Nachforschung gewesen, was er eigentlich ausschloß, oder man hatte ihm manipulierte Nachrichten zukommen lassen. Letzteres schien das Wahrscheinlichste und zugleich das Beunruhigendste. Alles deutete darauf hin, dass es einen Maulwurf gab, der das Cormek Konglomerat über den bevorstehenden Angriff und die Existenz der Achilles, in Kenntnis gesetzt hatte. Die Gefechtsformation, die Blake für den Angriff auf die Werftanlagen des Asteroiden gewählt hatte, erwies sich jetzt als verhängnissvoll. Seine Taktik sah vor, mit den schweren Geschützen der Achilles alles zu vernichten, was das Konglomerat auf Possa errichtet hatte. Die zwei Begleitschiffe sollten lediglich Feuerschutz bieten, wenn Verteidigungsstreitkräfte auftauchen. Jetzt waren sie mit der Aufgabe überfordert und mussten ums Überleben kämpfen.
Alleena Morris, die das Kommando über den gewaltigen Schlachtkreuzer mit der Keymontechnik innehatte, setzte alles daran, ihr Schiff zu retten und es aus der Schussline zu bewegen. Blake beobachtete, wie die Achilles aus dem Kampfverband ausscherte und beschleunigte, während es weitere Treffer einstecken musste. Der Anblick des Schiffes, das einen Schweif von Trümmern und Gasen hinter sich herzog, bereitete dem ehemaligen Flottenadmiral beinahe körperliche Schmerzen.
„Alle Schiffe abdrehen!“, befahl Blake. „Die Verfolger der Achilles unter Feuer nehmen!“
„Wir bieten den Kerlen unsere Flanken an“, gab einer der Offiziere zu bedenken.
„Das müssen wir abkönnen“, versetzte Blake scharf. „Waffenenergie auf Backbords und Heckschilde. Raketen und Torpedorampen bereitmachen. Feuern nach eigenem Ermessen.“
Die Einschläge schüttelten die Athena durch. Die Schilde flimmerten und sogen erhebliche Menge von Energie aus dem Reaktor, aber sie hielten Stand. Für einen Moment erlosch das Licht und die fahlrote Notbeleuchtung flammte auf. Im Halbdunkel hoben sich die Hologramme und Monitore hell ab, während die Besatzung zu schwarzen Schemen wurde. Im taktischen Hologramm tauchten zahlreiche neue Markierungen auf, begleitet von schrillen Signaltönen. Blake wendete sich dem Bugschott zu und sah wie eine Fächersalve aus Raketen und Torpedos vor dem Bug ins All hinausgriff. Etliche Geschosse fanden ihre Ziele. Ein feindliches Schiff drehte hart getroffen ab. Ein anderes verschwand in einer grellen Explosionswolke. Ein Nebel, aus wirbelnden Fragmenten war alles, das von ihm übrig blieb, nachdem die Flammen verblassten.
„Die Oleski meldet schwere Schäden“, teilte ein Offizier mit. „Triebwerke verlieren an Schub. Manövrierfähigkeit nicht mehr gegeben.“
Blake ignorierte die Meldung. Ihn interessierte nur, ob das Begleitschiff noch fähig war, in das Gefecht einzugreifen. Das taktische Holo zeigte zumindest, wie zahlreiche Gefechtsköpfe die Abschussrampen des Raumers verließen, an der Athena vorbeizogen und einen Großteil von Verfolgern der Achilles vernichteten.
„Fahrt zurücknehmen!“, befahl Blake und wieder wurde die Athena von Treffern geschüttelt. „Bug auf primär und sekundär Ziel ausrichten.“
Zwei der größeren Schiffe schoben sich ins Sichtfeld vor dem Brückenschott. Lichtspeere flogen auf die Athena zu und stanzten Löcher in ihren Rumpf. Aus den Lecks jagten Fontaine gefrorener Luft ins All hinaus. Eine Staffelsalve durchdrang die geschwächten Schilde und fräste einen langen Schnitt in die Außenhaut, wie ein Schneidbrenner. Alle Geschütze feuerten, aber es schien kaum Wirkung zu haben. Etliche Batterien schalteten wegen Überhitzung ab. Die verbliebenen Schilde saugten weiterhin Energie aus dem überbeanspruchten Reaktor, dessen Kühlsysteme nach und nach den Dienst versagten. Zum ersten Mal seit langer Zeit traten Blake Schweißperlen auf die Stirn. Es gelang ihm nicht, sich daran zu erinnern, wann das zuletzt passiert war. Mit Bangen beobachtete er, wie seinem Flaggschiff Wunde um Wunde zugefügt wurde und wie wenig er dagegen auszurichten vermochte. Es fiel ihm schwer, den Blick vom Geschehen abzuwenden und dem taktischen Holo seine Aufmerksamkeit zu schenken. Als er sich endlich dazu durchgerungen hatte, sah er das künstliche Abbild der Achilles, die sich ihrer Angreifer endlich hatte entledigen können. Das Schiff beschrieb eine lang gezogene Kurve und war dabei, wieder in den Kampf einzugreifen. Es dauerte eine Ewigkeit, bis sich das riesige Schlachtschiff in eine günstige Position schob.
Von der Oleksi trafen Meldungen ein. Das Schiff musste aufgeben werden. Die Mannschaft machte sich bereit die Rettungskapseln zu besteigen. Mehrere Detonationen ließen den Boden unter Blakes Füßen schwanken. Ein Trümmerstück krachte gegen das Schott und verursachte einen Riss in der Scheibe. Das kleine Gittermodell der Athena im taktischen Holo glomm in hellem Rot und zeigte den Ernst der Lage. Kaum ein Bereich des Schiffes, der nicht beschädigt war und noch in selbstzufriedenem Blau schimmerte. Es war lediglich eine Frage der Zeit, wann das Schiff auseinanderbrechen würde. Blake hegte kaum noch Hoffnung und verfluchte sich selbst, so leichtfertig gewesen zu sein und gegen seine eigenen Bedenken gehandelt zu haben. Ein Goliath, wie die Achilles, hatte gerade seine Anfälligkeit offenbart. Blake hielt nichts von Omen, aber was für ein Leichtsinn, das Schiff nach einem Krieger zu benennen, der hauptsächlich wegen seiner Schwachstelle bekannt war.

Zur Buchreihe

Notiz zur Sterneninsel

Hier eine ältere Textpassage, die ich als Notiz abgespeichert hatte. Sie erläutert die Umstände und Hintergründe in Kimath, der sogenannten Sterneninsel, aus Asgaroon Band 5.

Nach Simnas Verschwinden fielen die Welten Kimats zurück in Kriege und Streitigkeiten, die zwischen Clans, Häusern und sonstigen Interessensgruppen ausgetragen wurden. Die Kriege dauerten dreihundert Jahre an, bis Simnas Gothreks zurückkehrten und die Welten von Acelor Revine in einem überraschenden Angriff zerstörten. Erneut sahen sich die vielen Völker Kimaths dem alten Feind gegenüber und schlossen einen Bund, ihre Streitigkeiten so lange beizulegen, bis die Gothreks endgültig besiegt wären. Die Ayrees (Bewohner von Acelor Revine) mussten indes fliehen, aber da die Wunden des langen Konfliktes noch frisch waren, wollte kein Sternensystem die Flüchtlinge aufnehmen. Allein der Laioon von Kimath gewährte ihnen Zuflucht auf den Schiffen seiner Flotte, die den Vertriebenen fortan als Heimat dienen sollten. Mit diesem Schritt wuchs die Macht des Laioon in ein nie gekanntes Maß, während er sich mehr und mehr als Führer, im Kampf gegen die Gothreks, etablieren konnte. Bis auf den heutigen Tag, viele tausend Jahre nachdem er im Kampf gegen die Gothreks seine Macht in Kimath weiter ausbauen konnte, ist seine Stellung als Laioon der Sterneninsel unangefochten.

Warum ich so selten auf Conventions bin.

Ich werde oft gefragt, warum ich so selten auf Bücher, Spiele, Fantasy und Scifi Conventions bin.

Geich vorweg! Ich liebe Conventions. Die Gemeinschaft und der Austausch mit Gleichgesinnten ist unbeschreiblich und anregend. Nach einer/einem Con ist man kreativ aufgeladen, und eigentlich bräuchte ich diese Erfahrung öfter, als ich sie derzeit bekomme.

Leider muss ich mich seit 8 Jahren um meine 87 jährige Mutter kümmern, die inzwischen Dement ist. Pflegestufe 1 haben wir – trotz aller Bemühungen – noch nicht bekommen. Pflegestufe 0 hat sie zwar, aber da zahlt die Kasse nicht sehr viel. Also bleibt alles an mir kleben. Schreiben tue ich zwischen den notwendigen Arbeiten und vor allem Nachts. Conventions kann ich daher nur besuchen, wenn sie günstig liegen, so wie die Perry Rhodan Con in Garching, die alle 2 Jahre stattfindet.

Soweit meine Situation. Daher würde ich Anregungen und Tipps zu meinen Geschichten gerne online erledigen, solange die Pflegesituation andauert.

ebook – Buchverlosung!

Der Papierverzierer Verlag und ich haben uns entschlossen, eine Buchverlosung zu starten. Ihr könnt eure email Adressen direkt an mich allanjstark@aol.com senden und ich leite sie dann weiter. Aus den Email Adressen werden dann 10 Gewinner ausgelost. Es betrifft die Kurzgeschichte um Zeelona Bonathoo, die Piratenkönigin aus dem Asgaroon Kosmos. Hier als ebook auf Amazon: Asgaroon – Die Piratenkönigin.

 

Hier findet ihr die anderen Bücher der Asagroon Reihe.

Lob für ASGAROON … obwohl es nicht so gemeint war ;)

Eigentlich ein sattes Lob !!!
Ich habe eine Rezension erhalten, die ich hier zeigen möchte, da sie ein ziemlich sattes Lob beinhaltet. Der Rezensent setzt mich auf eine Stufe mit Dan Simmons, den ich sehr bewundere !!
Aber er versteht offenbar nicht, dass Band 1 eben nur der Anfang einer Serie sein kann ….
Lest selbst:

Rezension bezieht sich auf: ASGAROON (1) – Der stählerne Planet: future fantasy, scifi (Kindle Edition)
Dieser Roman ist meiner Meinung nach eher eine bessere Skizze eines grösseren Romans. Viele sehr interessante Fäden werden gesponnen, dann aber nicht weiter verfolgt. Hätte man dem Roman 700 Seiten hinzugefügt und auf die offen gelassenen Stellen eingegangen wäre daraus ein Meisterwerk ala Hyperion entstanden.
Hier ein paar Beispiele:
– Was passiert mit der Freundin von Nea, welche von dem zwielichten Typen in die andere Welt gelockt wird?
– Was sind Azzamari und was hat es damit auf sich?
– Wieso hat Nea die ganzen Visionen und Träume?
– etc

Der Autor beherrscht sein Handwerk durchaus. Aber ein Sci-Fi Roman mit 250 Seiten ist dann halt schon sehr knapp.

Passt doch. Und um die gut gesponnenen Fäden weiter zu verfolgen muss er sich die Folgebände holen „smile“-Emoticon
Actually a rich praise !!! I received a review that I want to show here, since it involves a fairly lush praise. The reviewer puts me on a par with Dan Simmons, I greatly admire !! But he apparently does not understand that band 1 may be just the beginning of a series …. Read for yourself:

This review is from: ASGAROON (1) – The steel Planet: future fantasy, scifi (Kindle Edition) This novel is in my opinion rather a better sketch of a major novel. Many very interesting threads are spun, then but not pursued. Had the Roman added 700 pages and received on the left open places it would be a masterpiece ala Hyperion arose. Here are some examples: – What happens with the girlfriend of Nea, which is attracted by the zwielichten types in the other world? – What are Azzamari and what does it mean? – Why has the Nea all visions and dreams? – Etc The author knows his craft well. But a sci-fi novel of 250 pages is then happen to be very scarce. Fits yet. And the well-spun yarns to pursue he has to pick up the subsequent volumes „smile“ -Emoticon