Outlanders Legacy 2 – Leseprobe:

Hier ein weterer Teil des 1. Kapitels. Das Ende wird jedoch auch hier nicht verraten.

Sam schob alle Bedenken beiseite, schloss seine Gleitvorrichtung ebenfalls um das Seil und folgte van Veyden in die Unterwelt. Das kleine Räderwerk in der Apparatur surrte, während das Tageslicht verblasste und die Kälte mit zunehmender Dunkelheit Blumfeldts Körper umschlang. Schließlich setzten seine Füße auf dem Boden auf. Sam wusste, dass die Sohlen seiner Stiefel ein buntes Mosaik berührten, dass ein antikes Schlachtengetümmel darstellte. Er stand auf dem Gesicht eines grimmigen Akkato, der mit einem mächtigen Strahlengewehr auf seine Gegner feuerte. Ukra hieß er. Ein Leibwächter Sargons, der nach der Verschwörung gegen seinen Herrn nur noch Rache und Vergeltung kannte. Jedenfalls lautete die Geschichte so, die ihm van Veyden erzählt hatte. Angeblich gab es noch etliche andere Versionen dieser Legende, doch van Veyden tat sie als verklärten, romantischen Unsinn ab. Sam hätte sie jedoch gerne gehört.
„Welchen Weg wollen wir diesmal nehmen?“, fragte van Veyden und richtete den Kegel des kleinen Scheinwerfers an seiner Mütze auf eine Reihe von Torbögen, die einen Steinwurf weit entfernt lagen.
Sam betrachtete die vielen Portale im Licht seiner Stirnlampe. Einige davon hatten sie schon öfter durchschritten, um tiefer in das unterirdische Labyrinth vorzudringen. Es gab Korridore und Treppen, die in weite Hallen, oder in Häuserschluchten führten, deren Gassen mit Trümmern gefüllt waren, als hätte sie ein Erdbeben getroffen. Sam deutete schließlich auf einen der Tunnel, den sie noch nie versucht hatten.
„Der Bürotrakt“, kommentierte der Alte.
„Was heißt das?“
„Links und rechts nichts als Türen. War bestimmt mal ein Verwaltungstrakt.“
„Nachgesehen was hinter den Türen ist?“
„Natürlich“, meinte van Veyden achselzuckend und etwas herablassend. „Räume. Räume mit altem Schrott. Uninteressant.“
„Möchte ich sehen.“
Der Korridor bot genau das Bild, das van Veyden beschrieben hatte. Abgesehen von den üblichen Verzierungen und Reliefs, unterschied sich das Bild tatsächlich kaum von dem eines Amtsgebäudes, wie man es überall finden konnte. Tür an Tür reihte sich endlos an den Wänden entlang. Viele davon waren geöffnet, die meisten jedoch verschlossen. Sam ließ es sich nicht nehmen in einigen der Zimmer nachzusehen, ob es darin spannendes zu entdecken gab, musste aber feststellen, dass sein alter Kumpel die Wahrheit gesagt hatte. Es gab darin nichts weiter als Tische und Stühle, sowie bizarre Apparaturen, die van Veyden einmal als antike Rechner bezeichnet hatte und die Sam schon kannte. Keiner davon war noch funktionsfähig.
„Wie weit bist du hier gegangen?“, wollte Sam erfahren.
„Nicht weit“, bekannte van Veyden. „Ich hatte nie vor meine Zeit zu verschwenden.“
„Sieh das als meine Abschiedstour an. Danach bist du frei zu tun, was immer du willst.“
„Als Abschiedstour hätte es bestimmt Spannenderes gegeben.“
Sam bekam jedoch seinen Willen. Van Veyden brummte zwar ab und an einen säuerlichen Kommentar, aber am ende verstummte er. Nachdem sie einige Treppen weiter abwärts gestiegen waren, erreichten eine kreisförmige Halle, von der drei große Tunnel abzweigten. Die hohen, reich verzierten Portale, stellten an sich nichts Ungewöhnliches dar, aber aus dem Mittleren der Drei leuchtete ein gelbrötlicher Lichtschimmer. Der Schein war immerhin so hell, dass die beiden Wanderer ihre Lampen abschalten konnten.
„Digger?“, fragte Sam.
Van Veyden blieb ihm die Antwort schuldig. Stattdessen zog er seine Pistole aus dem Holster. „Lass uns mal nachsehen.“
Das Licht kam aus einem weiteren Raum am Ende des Korridores, der zu beiden Seiten mit riesenhaften Statuen gesäumt war, die in dunklen Wandnieschen standen. Hybridwesen aus Insekten und Reptilien. Sie wirkten wie versteinerte Lebewesen, die jederzeit zum Leben erwachen konnten. Sam hatte sie schon öfter zu Gesicht bekommen. Sie standen hier und da an dunklen Stellen herum, nur um ahnungslose Digger zu erschrecken. Gothreks hatte van Veyden sie genannt. Sargons Soldaten. Wesen aus archaischer Vorzeit, die dem Tyrannen halfen, sein Reich aufzubauen und zu verteidigen.
Sam hörte Stimmen. Auch van Veyden schien sie vernommen zu haben und zog seine Pistole. Jemand sprach aufgeregt. Scheinbar war eine Diskussion im Gange. Blumfeldt und van Veyden wechselten einige Blicke, bevor sie weitergingen.
Sie näherten sich dem Ende des Korridores, oberhalb eines Treppenabsatzes. Es führten etwa hundertfünfzig oder zweihundert Stufen hinunter die in einen großen Platz mündeten, auf einige Leute herumstanden. Eine Gruppe von Diggern, wie man sie sich vorstellte, ausgerüstet mit allerlei schweren Gerätschaften und einem achtbeinigen Transportgeher. Sie befanden sich inmitten eines geometrischen Musters aus feurigen Linien, das sich über den gesamten Boden ausdehnte, welches von einem großen Objekt ausging, dass wie ein abstraktes Kunstwerk aussah. Das Ding begann zu vibrieren, wie ein Triebwerk, dass allmählich hochgefahren wurde.
„Die haben einen Haupttreffer gezogen“, flüsterte van Veyden, mehr zu sich selbst und starrte fassungslos auf die Szene.
Sam konnte sich zusammenreimen, was Haupttreffer in diesem Fall bedeutete, denn für gewöhnlich konnte man den Relikten keine Reaktion abgewinnen. Sie waren tot, im Gegensatz zu dieser Maschinerie, die wie ein zum Leben erwachter Drache wirkte.
Jemand schrie auf. Ein Akkato, der vor der Maschine kauerte und sich die Hände an die Schläfen presste. Ein anderer Mann schimpfte. Allem Anschein nach der Chef der Truppe. Während er seinem Ärger noch Luft machte, krachte ein Schuss, der seine Stimme übertönte. Die Energieladung sprengte ein faustgroßes Loch in den Boden vor seinen Füssen.
Van Veyden legte sich auf den Boden und widmete Sam einen grimmigen Blick, bis dieser es ihm gleichtat. Sam hörte, wie jemand einen Befehl an die Digger richtete.
„Waffen ablegen und Hände hinter den Kopf!“
Sam fiel es nicht leicht herauszufinden woher die Worte kamen. Das Echo und der anschwellende Lärm, der von der Maschine ausging, machten das fast unmöglich. Aber schließlich entdeckte er eine ganze Anzahl kaiserlicher Soldaten, die hinter einem Felsgrat aus Trümmern aus der Deckung traten. Sams Blick richtete sich auf einen Mann, der gut sichtbar auf dem Sockel einer umgestürzten Statue stand und mit seinem Gewehr auf den Anführer der Digger zielte.
„Wir müssen verschwinden“, flüsterte van Veyden und machte einen vorsichtigen Schritt rückwärts. „Jetzt gleich.“
Sam hörte den Alten, aber die Neugier befahl ihm, sich nicht von der Stelle zu bewegen.
In diesem Moment schrie der gepeinigte Akkato abermals auf. Er wurde von Krämpfen geschüttelt, während sich in der sonderlichen Maschinerie ein glühender Spalt auftat. Digger, wie Soldaten schienen gleichermaßen erstaunt über den Vorgang. Auch Sam konnte seinen Blick nicht von der Szene lösen. Lediglich van Veyden schien bereit sofort die Flucht anzutreten.
Sam beobachtete, wie sich der Spalt in der Maschine weiter öffnete. Ein Körper wurde sichtbar, der nach und nach aus der Öffnung gepresst wurde. Eine bizarre Geburt, begleitet von Erdbeben und Feuer. Die Maschinerie zischte und rumpelte, wie ein alter Dampfkessel. Lichterscheinungen geisterten wie Elmsfeuer durch die Grotte. Erst als der Körper herausglitt und dem Akkato vor die Füße fiel, kehrte Ruhe ein. Das feurige Muster auf dem Boden und die fahlen Blitze erloschen. Nur die Lampen der Digger erhellten jetzt noch die Dunkelheit. Ein Zwielicht, in dem sich das neugeborene Wesen wie ein drohender Schatten vor dem kauernden Akkato aufrichtete.
Plötzlich erhellte die Leuchtspur einer Energiesalve, die Finsternis. Sie blendete Sams Augen, während der Knall des Geschosses seine Ohren klingeln ließ. Der Schuss, den van Veyden abgefeuert hatte, traf das Wesen in die Stirn, woraufhin es leblos zusammensackte.
„Jetzt nichts wie weg hier!“, befahl der alte Digger, wandte sich um und lief davon, ohne auf Sam zu warten.
Sam Blumfeldt konnte seine Augen nicht abwenden. Es war, als betrachtete er eine Theaterbühne, auf der gerade eine Horrorszene ihr abruptes Ende gefunden hatte. Er wusste nicht was den Chef der Digger veranlasste, seine Waffe zu ziehen, während all die kaiserlichen Soldaten ihn im Visier hatten. Er kam auch nicht mehr dazu, zu beobachten was danach geschah. Sam fuhr herum und folgte van Veyden, der erstaunlich schnell davoneilte. Im selben Augenblick brach hinter ihm der unvermeidliche Kampf aus. Das Donnern von Energiegeschossen und Granaten hallte durch das Gewölbe. Sam beobachtete, wie van Veyden im Laufen etwas aus einer der Schenkeltaschen seiner Hose holte und daran herumhantierte. Der Alte warf es kurz darauf gegen eine der Wände, wo es haften blieb.
Sam geriet in Panik. Immerhin half ihm die Angst, sein Tempo zu beschleunigen und den Abstand zwischen sich und dem alten Digger zu verringern. Sie hasteten einige Stufen hinauf und erreichten einen weiteren Korridor. Sam war mit van Veyden auf gleicher Höhe, als eine Explosion den Boden erschütterte. Die folgende Druckwelle brandete glühend heiß über die Beiden hinweg und schleuderte sie wie Herbstblätter durch die Luft. Sam stieß mehrmals gegen Wände, Decke und Boden, bevor ihn die Staubschleier in Schwärze hüllten.

Outlanders Legacy 2

Tamiel Magua ist ein imperialer Agent. Eine Geheimmission führt ihn zu Zeelona Bonathoo, der sogenannten Piratenkönigin. Sie ist die Anführerin der bedeutensten Piratenclans. Das Imperium strebt einen Frieden mit den Piraten an und Magua soll Zeelona das Angebot des Kaisers unterbreiten. Natürlich weiss Magua, dass der Kaiser eigene Pläne verfolgt, die im die Bedrohung durch die Freibeuter endgültig vom Halse schaffen soll. Doch auch der Agent ist nicht frei von eigenen Motiven, da das GHOST-Konglomerat – ein Zusammenschluss von Verbrecherbanden – ein Druckmittel gegen ihn in der Hand hält ….

OUTLANDERS LEGACY 2 Welten in Flammen

Leseprobe.

Ich bin gerade dabei, den zweiten Band der Outlnaders Legacy – Reihe zu überarbeiten. Dabei kam ich zu dem Schluss, dass ich zumindest einer Person noch mehr Hintergrung verleihen muss – Samuel (Sam) Blumfeldt. Hier nun ein Teil der Passage, in der er eine etwas zwielichtige Vergangenheit erhält.

Kapitel 1

Samuel Blumfeldt starrte durch das kreisrunde Bohrloch in die Dunkelheit hinab. Es war nicht das erste Mal, dass er vor dieser Öffnung stand, und zögerte. Wie immer gingen ihm dabei tausend Gedanken durch den Kopf. Ängste, Neugier, Abenteuerlust. Der Wunsch Geheimnisse zu entdecken. Antworten zu finden. Der Drang, alle Bedenken über Bord zu werfen und sich ins Unbekannte zu stürzen war groß. Doch genauso dominant riet ihm eine Stimme zur Besonnenheit. Rief ihm ins Gedächtnis, dass er eine Verantwortung gegenüber seiner Familie trug. Frau und Tochter, von denen er zwar getrennt lebte, die aber dennoch Erwartungen an ihn stellten, die er erfüllen wollte. Seine Karriere, hier auf Scutra, die gerade einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht, und ihn zur rechten Hand des Sektorverwalters erhoben hatte. Diesmal kostete es ihn mehr Überwindung als üblich, das lange Karbonseil zu ergreifen, welches vor ihm die Tiefe baumelte und daran hinunter zu gleiten. Hinab ihn die geheimnisvolle Unterwelt des Hafenplaneten. Das Seil hing von einem dreibeinigen Kran herab, dessen Stelzen sich über dem kreisrunden Abgrund spreizten. Es war eines von etlichen Löchern, das die Digger in die gepanzerte Kruste des Planeten gebohrt hatten. Bei den Diggern handelte es sich um Schatzsucher, die in ständigem Streit mit den imperialen Behörden lagen. Und die kaiserlichen Instanzen sprangen nicht gerade zimperlich mit ihnen um. Hin und wieder hörte man von Gefechten, zwischen größeren Digger Gruppen und imperialen Einheiten. Kein Wunder also, dass man diese Leute von Scutra fernhalten wollte.
Das besondere Interesse der Digger galt Relikten aus dem großen Zeitalter, als der sagenhafte Sargon Asgaroon beherrschte. Und es gab das Gerücht, dass unter der Betondecke von Scutra eine alte Zivilisation verschüttet lag, die es zu erkunden und auszuräubern galt. Für Sam war das inzwischen kein Gerede mehr. Er war oft genug in den Stollen unterwegs gewesen, um die Tatsachen zu kennen.
Sam gehörte nicht zu den Diggern, die plünderten und ihre Funde auf den Märkten der Galaxis verhökerten. Er hatte nie ein Artefakt an sich genommen. Weder um es für sich zu behalten, noch um es in bare Münze zu verwandeln. Aber auch ihn trieb die Abenteuerlust in die unterirdischen Tunnel. Sich in Gefahr zu begeben und für eine Weile dem drögen Alltagsleben zu entkommen, war eine Abwechslung, die er hin und wieder brauchte.
„Bist du zur Statue erstarrt?“
Die Worte rissen Sam aus seinen Gedanken. Sie kamen von einem etwas stämmigen Mann, mit langen grauen Haaren und einem kurzen Bart von gleicher Färbung. Er trug einen grüngrauen Overall, der viele Male geflickt worden war, gesprenkelt von Flecken alter Erde, sowie salzigen Schweißrändern an Kragen und unter den Achseln. Er trug eine speckige lederne Schirmmütze, die in der Mittagsonne einen Schatten über ein Gesicht legte, in dem helle blaue Augen glitzerten. Der Mann, der diese abgewetzten Klamotten seine Diggerhaut nannte, hieß Thomas van Veyden. Sam hatte ihn vor einigen Jahren kennen gelernt, als er die großen Schrottplätze im Hevronsektor nach Ersatzteilen für eine Reparatur durchstöberte. Eine ganze Woche hatte er sich auf dem Schiffsfriedhof herumgetrieben, bis er auf den Alten traf, der gerade aus einem der Schächte stieg. Da dieser sich offenbar ertappt fühlte, unterbreitete er Sam ein Angebot, damit er seine Diggeraktivitäten nicht meldete. Van Veyden behauptete, der Verwalter der gewaltigen Areale zu sein, die mit den Leibern abertausender, verrottender Schiffsleichen gefüllt waren, aber Sam hatte seine Zweifel. Auch später vermochte er nicht herauszufinden, worin van Veydens Funktion eigentlich bestand. Schon möglich, dass er jede Schraube und Niete katalogisierte. Dennoch hielt er es für unwahrscheinlich, dass jemand, der beabsichtigte sich an einem der Wracks zu bedienen, van Veyden erst um Erlaubnis bat. Hin und wieder zerlegte man eines der Schiffsgerippe, um es in den Hochöfen im Norden einzuschmelzen. Natürlich konnte man so eine Aktion nicht ohne erhebliche Formalitäten durchführen. Aber die Prozedur wurde immer von Computern und Robotern erledigt und erfolgte gänzlich ohne menschliches Zutun. Auch Blumfeldts Vorgesetzter verwies nicht auf irgendeine Verwaltungsmaßnahme, als Sam andeutete, sich auf den Schrottplätzen Ersatzteile besorgen zu wollen. Vielleicht hatte der Alte van Veyden hier mal eine Aufgabe erfüllt, doch man schien ihn im Laufe der Zeit einfach vergessen zu haben. Sam wollte es dabei belassen. Es wäre ihm nie in den Sinn gekommen, van Veyden zu verraten. Er zog es jedoch vor, ihn im Unklaren darüber zu lassen und das Angebot, das ihn schließlich in die geheimen Areale der Hafenwelt brachte, anzunehmen.
„Hats dir die Sprache verschlagen“, setzte van Veyden nach.
„Ich grüble nur“, antwortete Samuel Blumfeldt endlich.
„Was gibt es denn zu Grübeln?“
„Ich setzte gerade eine Menge aufs Spiel. Ich könnte in absehbarer Zeit Sektorenleiter werden.“
„Und?“
„Was wenn jemand erfährt, dass ich mich auf Diggerpfaden bewegt und gegen das Gesetz verstoßen habe.“
„Es gibt kein Gesetz gegen das Graben.“
Damit hatte van Veyden recht. Aber es gab auch keine Erlaubnis dafür.
„Ich denke“, fuhr van Veyden fort, „dass man einen Chef mit ein paar dunklen Flecken in seiner Vita, mehr respektiert als langweilige, aalglatte Aufsteiger.“
„Das ist deine Ansicht.“
Van Veyden winkte ab. „Man merkt dir deine Jugend an. Glaub mir, ich weiß, wovon ich spreche.“
Van Veyden schloss die Schnalle seines Gürtels, an dem allerlei Werkzeuge klimperten. Zwei Taschen mit Energiepatronen befanden sich ebenfalls daran. Nahrung für die schwere Plasmapistole, die in ihrem Holster an van Veydens Schenkel hing. Auch Sam hatte eine ähnliche Waffe bei sich, sowie entsprechende Munition.
Digger lebten gefährlich. Man sah sie allgemein als Diebe oder Plünderer an. Samuel Blumfeldt wusste, dass es einen heimlichen Krieg zwischen den Diggern und der Greifertruppe von Scutra gab, die Jagd auf sie machte. Allerdings hielten sich die Aktionen gegen die Abenteuer in Grenzen. Scutra besaß ein gutes Überwachungssystem, das auf Infraschallimpulse reagierte und Signale an die Greifereinheiten sendete, sobald es eine illegale Bohrung detektierte. Zumindest die weniger wohlhabenden Digger wurden regelmäßig von den Greifern gefasst. Die kostspieligen Verschleierungsgeräte, die in der Lage waren, das Abhörsystem zu täuschen, konnten sich nur reiche Digger leisten. Auch Bestechung galt als eine gängige Praxis, doch dafür musste man ebenfalls viel Geld aufbringen.
Sam Blumfeldt musterte das ebenmäßige Bohrloch zu seinen Füssen. Van Veyden hatte es vor zehn Jahren zufällig entdeckt, behauptete er, aber Sam hegte den Verdacht, dass der Alte selber mal Mitglied einer Diggerbande gewesen war. Er hatte ihn einmal danach gefragt, aber van Veyden bestritt, jemals Verbindung zu diesen Leuten gehabt zu haben.
„Also, was ist jetzt?“, wollte van Veyden wissen und ließ seinen Handschlitten um das Karbonseil einrasten. „Ich mach mich jedenfalls auf den Weg.“
Der Alte krallte sich in die Griffe des Gerätes, sprang über die Kante des Loches und sauste in die Tiefe hinab.
Sam schob alle Bedenken beiseite, schloss seine Gleitvorrichtung ebenfalls um das Seil und folgte van Veyden in die Unterwelt. Das kleine Räderwerk in der Apparatur surrte, während das Tageslicht verblasste und die Kälte mit zunehmender Dunkelheit Blumfeldts Körper umschlang.

Textprobe NOMADS 10

Speedballmatch (inspired by Rollerball)
Es war der 3. August des Jahres 4591. Die Speedball-Unionsmeisterschaften gingen zu Ende. Davis Team, die Pittsburg Thunder Cats, lagen einen Punkt hinter den Florida Bullfrogs zurück, konnten aber vor einigen Sekunden den Ausgleich erzielen. Wie alle Kommentatoren übereinstimmten, war diese Endspielbegegnung seit Langem die Erste, über die man mit Recht berichtete. Davon abgesehen, dass es sich bei den Thunder-Cats um das Team einer Provinz-Universität handelte, welches sich mit Ehrgeiz und Können ins Finale gespielt hatte, zeigte dieses Duell alles, was Speedball an Spannung zu bieten hatte. Die Spielzeit der Verlängerung, nach einem Punktestand von acht zu acht, lief ab und sorgte für eine Steigerung des Nervenkitzels. Es verblieben noch hundertvierzig Sekunden, bevor der Schlusspfiff kam und das gefürchtete Zielwerfen einleitete.
Davis verfolgte die Endphase des Spiels von der Beobachtungslounge aus. Sie befand sich in der Spitze eines Turmes, der sich im Mittelpunkt der kreisrunden Spielbahn erhob, aus der er wie eine Achse in den Himmel stach. Neben den vielen Möglichkeiten, die ihm Hologramme und Monitore baten, bediente sich Davis eines altmodischen Feldstechers mit elektrostatischen Wasserlinsen, um das Geschehen auf der gewölbten Bahn zu betrachten. David Grassner gelang es, den Straight-Pass eines gegnerischen Spielers im Flug abzufangen. Die Regel sah vor, dass er den Ball nach vier Sekunden abzugeben hatte, indem er ihn auf der Bahn absetzte und mit dem Magnetimpuls seiner Fang und Wurfhand zu einem Mitspieler lenkte. Grassner wirbelte in seiner Speedball-Rüstung um hundertachtzig Grad herum, beschleunigte mit den Rollschuhen und fand in Miranda Perkins eine Anspielstation. Die nahm den Ball vom Boden auf und jagte mit ihm davon. Sie erhöhte das Tempo, um den Angreifern des gegnerischen Teams zu entkommen. Fünf ihrer Mitspieler befanden sich nun vor ihr, die in Richtung Tor unterwegs waren. Fünf Mannschaftskollegen, von denen sie einen in den nächsten zehn Sekunden anspielen musste. Sie befand sich an sechster Stelle und wählte Daniel Harris, dem sie den Ball zuspielte, indem sie ihn über den Boden rollen ließ, während sie von zwei Gegnern bedrängt wurde. Harris hatte Mühe, den Ball anzunehmen und unter Kontrolle zu halten. Ein Angreifer schloss schnell zu ihm auf und nutzte diese Unsicherheit, indem er ihn von der Seite anrempelte. Linda Pingale vollzog mit Harris einen geschickten Handover, der mit Applaus honoriert wurde.
Raymond Davis wusste, dass sein Team mit den letzten Kräften aufwartete. Der gerade vereitelte Ziellauf der Florida-Bullfrogs war die letzte Chance das Match zu gewinnen und das Zielwerfen zu verhindern. Der laufende Angriff auf das gegnerische Tor musste gelingen. Er setzte seine ganze Hoffnung auf Alden Freyjoy, dem allerdings selten ein Wurf gelang, wenn alle Erwartungen  auf ihn gerichtet waren und ihn gehörig unter Druck setzten. Er war an der Spitzenposition, doch er musste sich zurückfallen lassen, um sich anzubieten. Die Bullfrogs mussten alles daran setzen, einen Pass auf ihn zu verhindern. Da er der letzte Mann vor dem Tor des Gegners war, durfte man ihm einen Straight zuwerfen. Das war riskant, aber die einzige Möglichkeit Zeit herauszuspielen, die ihm genügend Freiraum ließ, sich auf den finalen Wurf zu konzentrieren. Davis biss die Zähne aufeinander. Womöglich durfte man Freyjoy nicht genügend Zeit zum Überlegen geben. Vielleicht war ein instinktiv geführter Straight das Beste.
Linda Pingale gelang es, sich aus der Gruppe ihrer Angreifer zu befreien und sich mit ein paar gekonnten Schwüngen von ihnen abzusetzen. Sie überholte Jonathan Bloomwick, Ramona Woodrick und Marcus Boonweather. Davis beobachtete, wie sie sich fertigmachte einen Straight-Pass zu Freyjoy zu spielen. Freyjoy hatte gerade damit zu tun sich zweier Bullfrogs zu entledigen, von denen sich einer in der Passlinie bewegte. Der Andere kam ihm von links hinten zu nahe und es gelang Freyjoy ihn mit einem präzisen Schulterstoß zu Fall zu bringen. In einer gewaltigen Kraftanstrengung überholte Alden den Gegner in der Wurflinie und Linda warf ihren Straight. Es ging ein Aufschrei durch die Reihen der Zuschauer, als sich Freyjoy den harten Pass schnappte. Für einen Moment geriet er dabei ins Stolpern und schien zu stürzen, aber er fing sich und nahm Geschwindigkeit auf. Der Rest der Bullfrogs jagte ihm hinterher. Ein verzweifelter Versuch, Freyjoys Sprint auf das Tor zu unterbinden. Das Tor – ein schwebender Ring mit einen Lochdurchmesser von circa drei Metern – war nur noch vierhundert Meter entfernt. Dreihundert Meter. Einer der Bullfrogs kam rasch näher. Er verringerte den Abstand schnell, während Freyjoy noch zögerte, einen Weitwurf zu wagen.
Davis starrte gespannt auf das Geschehen. Die letzten zwanzig Sekunden verrannen unerbittlich. „Mach den Wurf!“, zischte Davis durch die Zähne. „Mach ihn!“
Freyjoy machte sich bereit. Nur noch zweihundert Meter bis zum Tor, das in den Farben der Bullfrogs leuchtete. Die Finger eines Gegners kratzten über Aldens Rücken. Ein versuchtes Foul. Der Schiedsrichter ließ Vorteil gelten. Der Bullfrog bekam Freyjoys Schulter zu fassen, aber der tauchte unter dem Gegner weg und vollzog eine Drehung, die ihn hinter den Angreifer brachte. Mit dem Schwung der Pirouette schleuderte Freyjoy den Ball in Richtung Ziel.
Wie die Zuschauer, hielt auch Davis den Atem an und verfolgte die Flugbahn des Balls, in Richtung Tor. Er prallte gegen den inneren Rand des Ringes und sprang dann fast senkrecht in die Höhe. Fast wie in Zeitlupe stürzte er zurück, stieß abermals gegen den metallenen Ring. Für einen Sekundenbruchteil schien er sich nicht entscheiden zu können, wohin er nun fallen sollte.

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Axarabor Roman Nr. 2

Wochenende, wie das duftet? Da kommt doch der neue Band von Allan Joel Stark gerade richtig: „Noraks Auftrag“ /sh

Tel Cronor. Ein bedeutender Wissenschaftler auf dem Gebiet der Quantenmechanik ist verschwunden. Allem Anschein nach ist er dabei eine Waffe zu entwickeln, die in der Lage ist das Universum auszulöschen.

Captain Daniel Norak ein ehemaliger Geheimagent wird reaktiviert, um die Spur tel Cronors aufzunehmen, ihn zu finden und zu verhindern, die Waffe einzusetzen.

Er kann nicht ahnen, dass ihn sein Auftrag in unbekannte Dimensionen führen wird, die seine Ansichten über die Realität infrage stellen werden.

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Textpassage Outlanders Legacy 2 – Welten in Flammen

Tamiel Magua konnte über die Größe des Schlachtschiffes nur staunen, dass da im Orbit über ihren Köpfen hing. Wie ein kleiner Mond prangte es am Himmel einer tropischen Welt, deren blauer Himmel von kleinen weißen Wolken gesprenkelt war. Eingerahmt wurde der Blick auf das Schiff, von den Kronen palmenartiger Bäume. Die Blätter raschelten im Wind der nahen Küste, von woher das Geräusch einer starken Brandung an Maguas Ohren drang. Salzgeruch und der Duft von Algen wehte um seine Nase. Ein wunderbarer Ort, um der Welt zu entfliehen, überlegte er, wäre es nicht ein verdammtes Piratennest.
„Warum hast du das Schiff Sakura genannt?“, wollte Tam Magua wissen.
Seine Frage war an eine dunkelhaarige Frau gerichtet, die auf einer roten Decke im Sand saß und sich zahlreichen Hologrammen widmete, die sie wie bunte Geister vor ihr schwebten. Sie wirkte sehr beschäftigt und hatte keinen Blick für den Ozean, oder den Strand, an den türkisblaue Wellen spülten.
„Sag!“, forderte Magua auf. „Warum dieser Name?“
Die Frau hieß Zeelona. Anführerin der großen Piratenclans, weswegen man sie auch Piratenkönigin nannte. Sie richtete den Blick ihrer großen, braunen Augen auf den imperialen Agenten, löste beiläufig die Spange, die ihre Haare zusammenhielt und entließ damit eine wahre Lockenpracht, die über ihre bloßen Schultern floss.
„Sakura?“, fragte sie verwundert.
„Ja.“
„Gefällt dir der Name nicht?“
„Er ist hübsch. Aber kennst du seine Bedeutung?“
„Ich wusste nicht, dass er eine Bedeutung hat.“
Magua lehnte sich an eine der Palmen und beobachtete die Brandung. In der Nähe stand eine Raumfähre auf dem Strand, in dessen Schatten sich Zeelonas Gefolge aufhielt. Eine bunte Schar von Menschen, Akkato und anderen Spezies, mit denen allesamt nicht zu spaßen war. Der Agent kannte Zeelona und ihre Leute jetzt schon seit einiger Zeit. Nachdem Magua aus dem Koliussektor zurückgekehrt war, gehörte es zu Maguas erstem Auftrag, Kontakt zu den Piraten-Clans herzustellen. Es galt Vertrauen zwischen den Piraten und dem Thron zu schaffen. Nachdem die Mission im Koliussektor beendet war, meinte der Kaiser, in Magua den richtigen Mann dafür gefunden zu haben. Einen Mann, der lange genug unter Gesindel zugebrachte hatte, um sich in deren Denkweise hineinzuversetzen.
Er sah wieder hinauf zur Sakura.Von den Formen her erinnerte das Schiff stark an eine kaiserliche Fregatte, die man hier und da stark modifiziert hatte. Er zweifelte nicht daran, dass die Konstrukteure sich an Bauplänen des Imperiums orientiert hatten, als sie dieses Monster schufen.
„Sakura“, begann Magua zu erklären. „Das ist ein Begriff von der alten Erde. Er beschreibt die kurze Periode der Kirschblüte. Eine bedeutungsvolle Phase von Werden und Vergehen. Wobei der Gedanke von vergänglicher Pracht im Vordergrund steht.“
„Was sie alles wissen“, spöttelte Zeelona.
Magua warft einen kurzen Blick auf die Brandung, ehe er die Piratenkönigin ansah. „War nur so ein Gedanke.“
„Sind sie abergläubisch?“
„Nein.“
„Hörte sich aber so an.“
„Ich frage mich manchmal, welche unbewussten Zusammenhänge wir für uns selbst erschaffen. Oft geht uns hinterher ein Licht auf und man fragt sich, wie man das übersehen konnte.“
Zeelona schüttelte den Kopf. „Das Schiff hat nur einen Zusammenhang. Einen Zusammenhang, den wir dem Kaiser als einen ersten Beweis für unseren guten Willen geben wollen.“
„Und?“
„Die Sacura ist ein Beutestück“, führte Zeelona aus. „Es fiel uns in die Hände, als wir eine entlegene Minenwelt überfallen haben. Dort gibt es eine geheime Werft, in der man solche Schiffe herstellt. Zumindest einen der großen Pötte. Und den habe ich mir gesichert. Das Design dürfte ihnen bekannt sein.“
„Imperiale Fregatte. Maxima-Klasse“, sagte Magua. „Man hat nur wenige davon gebaut.“
„Dennoch stellt der Bau eines solchen Schiffes einen Affront gegen die kaiserlichen Bestimmungen dar, oder nicht? Verrat. Ich bin mir da ziemlich sicher, dass ihr Dienstherr das ebenso sieht.“
„Wer ist der Verräter?“
„Graf Bandor.“
Magua versuchte seine Überraschung zu verbergen, was ihm offenbar nicht so gut gelang, wie er es sich wünschte. Jedenfalls grinste Zeelona überlegen und wendete sich wieder einigen der Hologramme zu. Der Darstellung eines Planetensystems, in dem sich ein Teil ihrer Flotte aufhielt, um Beute zu machen.
„Eine wertvolle Information, wie ich sehe“, bemerkte Zeelona beiläufig. „Und jetzt sollten Sie allmählich die Katze aus dem Sack lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass uns der Kaiser Amnestie gewähren will, wenn wir für ihn Geleitschutz bereitstellen sollen, anstatt die Schiffe zu überfallen. Die geheimen Zahlungen an die Großkapitäne.“ Sie sah kurz zu Magua hinüber. „Ich habe das mal nicht weitergegeben. Solche Zahlungen sind für Verräter oder für imperiale Kapitäne akzeptabel, aber unter der Besatzung von Freibeuterschiffen, wäre das ein Grund den Captain über Bord gehen zu lassen. Bei uns muss jeder was vom Kuchen abbekommen. Dennoch hat mich dieses Angebot überrascht. Es würde den Staatsschatz doch erheblich schmälern. Ich frage mich, wozu der Kaiser eine Art Phantomflotte braucht. Gehen ihm die Ressourcen aus?“
Magua hatte Anweisung, nicht sofort mit dem ganzen Plan herauszurücken. Jetzt schien der Zeitpunkt dafür gekommen zu sein.
„Es geht um die Zerschlagung des GHOST-Konglomerats“, offenbarte Magua. „Die Verbrecher üben immer mehr Einfluss auf das Leben in Asgaroon aus. Das muss ein Ende haben.“
„Diese Leute haben keine Flotten, gegen die man kämpfen könnte“, warf Zeelona ein.
„Richtig. Obwohl sie natürlich auch über Schiffe verfügen, die sie für ihre Zwecke nutzen. Und es sind tatsächlich mehr, als du vielleicht glaubst. Uns geht es um die Strukturen. Für unsere Agenten ist es fast unmöglich, die Hierarchie der Schirku zu durchleuchten, geschweige denn in sie einzudringen.“
„Sie brauchen Abschaum, denen die Schirku Vertrauen entgegenbringen.“
Magua biss sich auf die Zunge. Zeelona gebrauchte beinahe dieselben Worte, die auch der Kaiser benutzt hatte. „Ich will es so ausdrücken. Ihr habt einen gewissen Vertrauensvorschuss, weil ihr denselben Feind habt.“
„Elegant ausgewichen.“
„Der Kaiser hat einen Brocken in den Raum geworfen, der für GHOST interessant sein könnte. Darüber hinaus für jeden, der über genügend Weitsicht verfügt.“
Zeelona sah neugierig aus. Endlich schaltete sie alle Hologramme ab und widmete Magua ihre gesamte Aufmerksamkeit.
„Scutra“, sagte Magua. „Sculpa Trax. Das ganze System.“
Zeelonas Gesichtsausdruck war schwer zu ergründen. Entweder war sie enttäuscht, oder kalkulierte gerade den Gewinn.

Neuer Roman erschienen!

OUTLANDERS LEGACY 1 – Der eiserne Planet

Klappentext:

Outlanders Legacy 1
Der eiserner Planet
Noch scheint nichts die Ruhe des Pax-Imperia zu stören, in dem sich die Zivilisationen der Galaxis sicher fühlen. Doch es gibt unheilvolle Berichte, die den Imperator und das Flottenkommando beschäftigen. Offenbar scheinen sich Mächte des Thrones bemächtigen zu wollen, deren Möglichkeiten jenseits aller Vorstellungskraft liegen. Ein Feind aus mythologischer Vorzeit, der dabei ist, das Gefüge der bekannten Welt zu erschüttern.
In dieser Zeit lebt Nea, die auf einer Raumhafenwelt arbeitet und nicht ahnen kann, dass sie bald im Mittelpunkt umwälzender Ereignisse stehen wird…

Neuer Name, neue Cover

Ich habe mich vor Kurzem entschlossen, meine OUTLANDERS – Reihe in NOMADS umzubenennen. Das schien mir passender. So macht auch der Klappentext mehr Sinn, der auf jeder Romanausgabe zu lesen sein wird.

NOMADS
So werden die Menschen von den vielen Rassen der Milchstrasse genannt. Als Überlebende und Flüchtlinge, versuchen sie sich zwischen den Kulturen der Galaxis, die von ihren Bewohnern ASGAROON genannt wird, zu behaupten. Etliche von ihnen haben es geschafft, sich in der feudalen Gesellschaft ASGAROONS einen Namen zu machen. Andere fristen ein Dasein als heimatlose Wanderer. Doch ungeachtet ihres Status, begegnet man den neuen Bewohnern ASGAROONS mit Mistrauen und Verachtung…


LOVELYBOOKS – Leserunde

Hier gibts 15 gratis ebooks, für Teilnehmer an einer Leserunde, bei Lovelybooks.

Leserunde: OUTLANDERS Sammelband 1

LESEPROBE OUTLANDERS – LEGACY 1 : Der Eiserne Planet

Neugierig blickte sie sich um. Sie lag unverkennbar in einem Zimmer auf einer Krankenstation. An der Decke über ihrem Bett spreizten sich die Greifer und Zangen eines modernen Medobots. Die Maschine wirkte wie eine riesenhafte, weiße Spinne, die auf ein Opfer lauerte. Die Scanner des Medobot registrierten ihr Erwachen. Einige Lämpchen auf einem Display begannen eine Weile hektisch zu blinken, bevor sie sich wieder beruhigten. Die Matratze, auf der Christana lag, schien mit einer Art Gel gefüllt und passte sich ihren Körperkonturen an. Christana fühlte sich sicher und geborgen, während die Erinnerung an die letzten zwei Jahre, die sie unter den Okany im Koliusssektor zugebracht hatte, in ihr Gedächtnis zurückkehrten. Erst jetzt fühlte Christana, unter welchem Druck sie gestanden hatte und wie erschöpft sie war. Eine Erschöpfung, die sie nicht allein ihren Verletzungen und der anstrengenden Hyperraumpassage verdankte, die unter Narkose erfolgt war.
„Ich hoffe wir müssen meinen Beitrag zu Ihrer Tarnung nicht als Totalverlust abrechnen“, hörte sie eine schneidend sarkastische Stimme sagen. „Das wäre mehr, als ich verschmerzen könnte.“
Sie drehte den Kopf zu Seite. Im Licht der tief stehenden Sonne leuchtete das bleiche Gesicht von Raynand Skorw noch fahler, als es ohnehin schon war.
„Ich fürchte“, antwortete Christana, „Sie werden sich damit abfinden müssen.“
Die Agentin tastete nach dem Kontrollkästchen, das am Haltegriff vor ihrem Gesicht baumelte und betätigte die Schalter, die den Teil der Matratze steuerten, der ihren Oberkörper aufrichtete. Als sie auf Augenhöhe mit dem Mann war, der die Behörde für Altertümer leitete, stand dieser auf und blickte erneut auf sie herab. Sie sah in die stechenden, hellblauen Augen des hageren Mannes, der stets eine eng anliegende, schwarze Uniform trug, die seine Gestalt mit den langen Armen und Beinen wie ein großes Insekt wirken ließ. Eine riesige, schwarze Fangheuschrecke, kam es Christana in den Sinn und schauderte. Die Augenbrauen des Behördenleiters waren buschig und so weiß wie die eines Albinos. Ebenso die langen Haare, die ihm bis auf die Schultern reichten. Er besaß scharf hervorstechenden Wangenknochen und eine markante Nase, die sich über seinem Mund wölbte. Aber sie waren nicht die einzigen, auffälligen Merkmale in seinem Gesicht. Hinter den dünnen Lippen blitzten kleine Eckzähne, die einen unvorbereiteten Gesprächspartner irritieren und einen gehörigen Schreck einjagen konnten. Die kleinen Fänge waren das Erbe seiner Oponivorfahren, die sich vor langer Zeit mit Menschen eingelassen hatten.
„Was haben Sie herausgefunden?“, drängte Skorw.
„Eine Menge“, antwortete Christana. „Aber ich sollte das besser mit dem Kaiser und meinem Vorgesetzten besprechen.“
„Arren Sandory?“ Der Behördenleiter spuckte den Namen förmlich aus. „Vertrauen Sie ihm?“
„Warum sollte ich nicht?“
„Ich frage anders.“ Seine Fangzähne blitzen. „Halten Sie ihn für kompetent.“
Christana überlegte ihre Worte.
„Also nicht“, folgerte Skorw.
„Das habe ich nicht gesagt.“
„Oh doch, das haben Sie. Sehr deutlich sogar.“
Christana versuchte ihre Verlegenheit zu überspielen. „Er gilt als ein nüchterner Betrachter.“
Raynand Skorws Mine blieb versteinert. Nur seine Lippen bewegten sich. „Werden Sie präziser.“
„Ich bin lediglich der Meinung, dass er einen unverstellten Blick für die Dinge hat. Er ist ein Mann der Fakten.“
„Und ich nicht?“
„Das habe ich nicht gesagt.“
„Sie verwenden viel Zeit darauf, etwas nicht zu sagen, stelle ich fest. Und außerdem wiederholen Sie sich.“
Der Mann machte sie nervös. Er war zweifellos niemand, den man sich als Gegner wünschte. „Ich meine, er ist leidenschaftslos und hat eine andere Sichtweise als Sie, oder der Kaiser.“
„Und welche Sichtweise wäre das?“
„Eine Nüchterne.“
Skorw studierte jede Regung auf Christanas Gesicht. „Die nüchterne Sichtweise. Wie sieht die aus. Wie ist das, wenn man ganz ohne Leidenschaft ist? Erleuchten Sie mich.“
Die Agentin kam nicht dazu, ihre Antwort zu formulieren. Raynand Skorw trat näher heran und überragte sie, wie ein drohender, schwarzer Schatten.
„Besagt sie, wir sollten alle Erkenntnisse ignorieren und versuchen, der Meinung eines Bürokraten zu entsprechen?“, fuhr er fort und seine Stimme verriet den unterdrückten Zorn. „Jemanden, dessen Fantasie so großen Beschränkungen unterliegt, dass er unfähig ist Folgerungen zu ziehen, die von gewohnten Pfaden abweichen? Ich könnte das auch Feigheit nennen, was dann als Charakterschwäche noch erschwerend hinzukäme.“
„Ich will nur sicher sein, nicht zu viel in eine Sache hinein zu interpretieren.“
„Ihre Antwort implementiert, dass Sie mehr erlebt haben, als ihr Verstand zu akzeptieren bereit ist. An Mut mangelt es Ihnen jedenfalls nicht.“
Christana musste zugeben, dass er richtig gefolgert hatte. Der Verstand blendet Fakten aus, die nicht zum Weltbild seines Besitzers passen. Womöglich ein Schutzmechanismus, der einen davor bewahrte verrückt zu werden. Skorw, besaß offenbar genügend Fantasie, um sich in Christanas Gedankenwelt hineinzuversetzen und die Zweifel nachzuvollziehen, die ihre Realität bedrohten.